Home
Programm
Veranstaltungen
Newsarchiv
Der Verein
Veranstaltungsort
Festschrift 20 Jahre
 
Service
Linkpartner
Kontakt
Datenschutz
Impressum
 
 
 
 

 

Extra-Blatt, 14.11.2012
 
Schwadroneur auf hohem Niveau
Frech und erfrischend wandelte J├╝rgen Becker durch die Kunstgeschichte
 
Mit grenzenlosem Humor entfaltete J├╝rgen Becker den Spannungsbogen zwischen Kunst und Kirche im Haus des Gastes. Foto: Schmidt

Windeck (sc). Im Kosmos des K├Âlner Kabarettisten J├╝rgen Becker mischen sich herrliche Fantastereien abstrus mit hochinteressanten, realen Fakten. Selbst kunstbewanderte Zuh├Ârer d├╝rften allerdings Schwierigkeiten haben, beides voneinander zu unterscheiden.

Deshalb unterstrich "der Meister" gelegentlich seine Storys mit "wirklich". Selten war ein Spaziergang durch die Kunstgeschichte derart spannend und unterhaltsam wie im neuen Programm "Der K├╝nstler ist anwesend" im Haus des Gastes in Herchen.

Becker palaverte gen├╝sslich ├╝ber Kunst und K├╝nstler, vermengte Allt├Ągliches mit jeder Menge Historie. Dort, wo im Verst├Ąndnis von Otto Normalverbraucher L├╝cken, beispielsweise zwischen dem alten und dem heutigen Griechenland klaffen, w├Ąre Becker der Letzte, der diese nicht farbenfroh schlie├čen k├Ânnte. Er schafft bislang unbekannte Verbindungen, die meist irgendwo zwischen Kunst, Kirche, Kneipe und K├Âlsch angesiedelt sind. Blumig schwadronierte er die Akropolis zum ersten Reihenhaus der Welt, denn schon damals herrschte eine Finanzkrise und der geplante Bau war zu teuer. "Da fragten sich die alten Griechen, was kann weg und bauten ohne Keller, W├Ąnde und Dach."

Mit Kopien von Bildern ber├╝hmter Maler und von Bauwerken hantierte Becker unbesorgt und verpasste ihnen wohlklingende Namen. Ingres Werk "Das t├╝rkische Bad", ein Bild mit nackten Frauen beim Baden, taufte er kurzerhand in "Betriebsausflug der Hamburg-Mannheimer" um. Neben viel Wissenswertem, gl├Ąnzte Becker mit Erfindungsreichtum. "Ich kann den Kanalmeister verstehen", nahm Becker den K├Âlner Kardinal Meisner ins Visier. "Er hatte bei Gerhard Richter ein Kirchenmotiv bestellt und ein Kneipenfenster erhalten. Der K├Âlner kann nicht zwischen Fr├╝hmesse und Fr├╝hschoppen unterscheiden."

Gen├╝sslich breitete Becker die Entstehung des Tuschs im Karneval aus, nachdem 1926 der damalige Erzbischof aufgefordert hatte, Max Ernsts Werk "Die Jungfrau z├╝chtigt das Jesuskind" aus der Ausstellung "K├Âlner Sezession" mit den Worten zu entfernen: "Der Maler Max Ernst ist aus der Kirche ausgeschlossen, und ich rufe die Versammlung auf zu einem dreimaligen "Pfui" auf."

Auch die K├╝nstler und deren Bewunderer wurden beleuchtet. "Man darf den K├╝nstler nur anhimmeln, aber nicht nach einer Erkl├Ąrung fragen, sonst w├Ąre das Bild ja ├╝berfl├╝ssig. Vernissage leitet sich ├╝brigens vom franz├Âsischen vernis ab und bedeutet Firnis, mit der die Bilder lackiert werden. Deshalb gibt es so viele Lackaffen auf Vernissagen."

Foto: Schmidt
 
Heinrich Plote, Matineeverein, 21.11.2012
 
Die K├╝nstler waren anwesend
J├╝rgen Beckers kulturgeschichtliche Reise im Haus des Gastes in Herchen
 

Der Kabarettist J├╝rgen Becker faszinierte und begeisterte sein Publikum auf der letzten Veranstaltung im Jubil├Ąumsjahr zum 20-j├Ąhrigen Bestehen des Windecker Matineevereins e.V. am 12.11.2012 in Herchen mit einer ebenso informativen wie unterhaltsamen Reise durch die Geschichte der Kunst.

ÔÇ×Der K├╝nstler ist anwesendÔÇť ist der Titel eines Programms, das bildende Kunst, Kleinkunst, Politik und Kirche genussreich miteinander vereint. Becker machte das begeisterte Publikum, das immer wieder in sein Programm eingebunden wurde, selber zu K├╝nstlern, denn ohne Zuh├Ârer findet die darstellende Kunst nicht statt.
ÔÇ×Kunst kommt von K├ÂnnenÔÇť ÔÇô durch Becker erh├Ąlt diese Aussage eine neue Bedeutung. Es gelang ihm m├╝helos, Wissen humorvoll zu vermitteln.

Seine rheinisch humorvolle und ├╝beraus informative Vortragsweise, unterst├╝tzt durch die Pr├Ąsentation von Kunstwerken und fast 100 Bildeinblendungen, machte weder vor Kirche und Kanzlerin noch ┬áFDP und Fundamentalisten halt. Er bewies, wie man mittels Kunst unterhaltsame Kritik an Religion und Politik ├╝ben kann, ist aber auch politisch kritisch und regt zum Nachdenken an.

Seine grandiose Leistung an diesem Abend war vor allen Dingen, von der H├Âhlenmalerei zu den Pharaonen, ├╝ber Griechenland zum alten Rom, seine Sichtweise der Kulturgeschichte bis in die heutige Zeit darzustellen. Gepr├Ągt durch seinen Humor und eine gestenreiche und ausdruckstarke Vortragsweise gelang es ihm m├╝helos, das Publikum von seinem speziellen und teilweise auch skurrilen Blick auf die Kunst zu ├╝berzeugen. Seine Sicht der Dinge brachte er gut begr├╝ndet und provokant auf die B├╝hne: ÔÇ×Das Bild muss f├╝r sich sprechen, aber meistens sagt es einem nichtsÔÇť.

Es war ein k├Âstlich unterhaltsamer Abend, das Publikum im Haus des Gastes dankte dem anwesenden K├╝nstler durch begeisterten Beifall. Und auch J├╝rgen Becker hatte sichtliches Vergn├╝gen an seinem Publikum und der ganz besonderen Atmosph├Ąre im Haus des Gastes. ÔÇ×Die eigentlichen K├╝nstler seid IhrÔÇť, stellt er am Ende des Abends fest, denn ÔÇ×ohne Publikum entsteht keine KunstÔÇť.

Einen treffenderen und sch├Âneren Abschluss h├Ątte sich der Windecker Matineeverein zum Ausklang seines Jubil├Ąumsprogramms nicht w├╝nschen k├Ânnen.

J├╝rgen Becker lud am Ende sein Publikum┬á zu einem Glas K├Âlsch ein, so hatte jeder Besucher die Chance, sich noch mit dem K├╝nstler auszutauschen und er versprach, mit seinem n├Ąchsten Programm wieder im Haus des Gastes aufzutreten.

Ein Versprechen, das mit Sicherheit auch wahrgemacht wird!

 
Aktuell

Nńchste Veranstaltung:
Jochen Malmsheimer
am Sonntag,
29.04.2018,
Beginn: 18:00 Uhr


Haben Sie Interesse beim Matineeverein mitzuarbeiten?
Dann sprechen Sie uns einfach an!
 
Sponsoren